Durch die Höllentalklamm …

Bergtouren heraussuchen und organisieren ist normalerweise meine Aufgabe. Ich gestehe, dass ich es gerne selber in der Hand habe eine Tour zu gestalten. So war es ein echtes Novum, dass ich mich letzten Sonntag unter der professionellen Führung von Robert Götz aufgemacht habe endlich mal die Höllentalklamm zu durchwandern. Wir waren ein tolles bunt gemischtes Grüppchen von zehn Leuten, die dann auch noch in den Genuss kamen, die zur Zeit üppig blühende Bergwiesenwelt, von Margit erläutert zu bekommen. Und um das gleich zu Beginn unterzubringen, Margit und Holger haben eine wunderbare Website, auf der man nicht nur Touren- und Reisebeschreibungen findet, sondern auch ein feines handverlesenes Alpenblumennachschlagewerk! Ein Besuch lohnt sich!

Um durch die Höllentalklamm zu gehen gibt es mehrere mögliche Wege, Robert hatte für uns die ‚Abstiegsvariante‘ gewählt. Generell bin ich, seit ich etwas älter bin ;-), kein großer Freund von langen Abstiegen – und die vor uns liegenden 1100 Höhenmeter waren wahrlich kein Pappenstiel! Die Tour von der Kreuzeckbahn anzugehen, über die sanften Wiesenhänge mit wunderschönem Ausblick ins Tal hinunter, bis nach kurzem Anstieg das Hupfleitenjoch erreicht wird und sich der volle Blick auf die Zugspitze und das wilde, tief eingeschnittene Höllental eröffnet, hat sicher seine ganz eigenen Reize und ist unbedingt zu empfehlen.

Paraglider über Garmisch
Paraglider über Garmisch
Auf dem Hupfleitenjoch, hinter mir ;-) freier Blick auf die Zugspitze
Auf dem Hupfleitenjoch, hinter mir 😉 freier Blick auf die Zugspitze
Abstieg ins Höllental auf diesem grandiosen in den Fels gehauenen Pfad - ein Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollte dabei sein. Am hinteren Wegrand sind die Knappenhäuser zu erkennen.
Abstieg ins Höllental auf diesem grandiosen in den Fels gehauenen Pfad – ein Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollte dabei sein. Am hinteren Wegrand sind die Knappenhäuser zu erkennen.
Der Abstieg beginnt.
Der Abstieg beginnt.
Über dem Talschluss drohnt die Zugspitze und eine völlig überfüllte Höllentalangerhütte erwartet kurz vor dem Einstieg in die Klamm
Über dem Talschluss thront die Zugspitze und eine völlig überfüllte Höllentalangerhütte erwartet kurz vor dem Einstieg in die Klamm

Spätestens beim Anblick auf den malerisch in den Fels gehauenen Steig wird allen klar, warum es eine gute Idee war knöchelhohe feste Wanderschuhe anzuziehen!

Beim Abstieg hinunter zu den (unbewirtschafteten) Knappenhäusern und weiter zur Höllentalangerhütte muss man einfach immer wieder stehen bleiben, um den Blick auf den beeindruckenden, wohl auch schönsten, Aufstiegsweg über den Höllentalferner hinauf zur Zugspitze zu richten.

An der Hütte angekommen ist Zeit für eine ausgiebige Brotzeitpause, auch wenn uns hier der Trubel eines sonnigen Sommersonntages in einer der meist besuchten Hütten der Bayerischen Alpen fast erschlägt. Mit Einsamkeit darf man auf solch einer Tour natürlich nicht rechnen, aber dem Respekt vor dieser phantastischen Landschaft tut das dennoch keinen Abbruch.

Der letzte Teil des Tages ist dem Naturschauspiel der Höllentalklamm gewidmet. Raus aus der Sonne, hinein in die enge, feuchte Schlucht des Hammersbach, die jedes Jahr aufs Neue für die Touristen und Wanderer von Lawinen und Schutt befreit werden muss, um Steig und Brücken wieder begehbar zu machen.

Besonders hier in der Klamm finde ich es perfekt, dass wir die Tour genau so gemacht haben. Beim Aufstieg hätte ich gar keine Muße gehabt so oft stehen zu bleiben und die vielen beeindruckenden Blickwinkel auf Fels und Wasser zu genießen. Ich lasse hier einfach mal ein paar Bilder sprechen!

Dass mein Résumé nur begeisternd ausfallen kann ist klar, oder? Ich bin froh mich mal auf das ‚Wagnis‘ 😉 geführte Tour eingelassen zu haben, schon weil es eine tolle Erfahrung ist auf diese Weise mit unterschiedlichen neuen, interessanten Menschen ins Gespräch zu kommen. Denn eines ist mir schon lange klar, Menschen, die in Berge gehen sind …anders! 🙂

Ein herzlicher Dank also an alle Mitwanderer, dass es so ein wunderbarer Tag geworden ist!

Prost und Mahlzeit!
Prost und Mahlzeit!

Die Geschichte meines Blogs …

Letzte Woche starteten wir in die ‚ernste‘ Phase mit den Iron Bloggern München und ich finde das ist nun eine wunderbar passende Gelegenheit an Alexandra Steiners Blogparade „Die Geschichte meines Blogs“ teilzunehmen.

Dazu müssen wir fast zwei Jahre zurückgehen, in den August 2011. Damals stand ich vor einer großen Veränderung in meinem Leben und hatte beschlossen, andere über einen Blog daran teilhaben zu lassen. Das war auch nicht hier, auf  ‚CW plaudert‘, sondern drüben auf meinem ‚Reiseblog‚, den ich in einer etwas unorganisierten Mischung aus deutsch und englisch bestückt hatte.

Dass ich auf die Idee gekommen bin, meine dreimonatige Reise durch die USA von Ost nach West, mit einem Blog zu begleiten, verdanke ich meinen ehemaligen Kollegen vom O’Reilly Verlag. Bereits ein paar Jahre früher wurden alle Mitarbeiter dazu animiert, den Verlagseigenen Blog mit Inhalt anzureichern. Für uns Außendienstler immer eine echte Herausforderung ein spannendes Thema zu finden, aber das Schreiben an sich hat mir großen Spaß gemacht.

So war es naheliegend, Freunde, Familie und wer immer es lesen wollte, in einem Blog auf dem Laufenden zu halten. Blogs sind eine praktische Sache um die Menschen, die daran interessiert sind, mit auf Reisen zu nehmen. Der Schreibende hat für sich ein schönes Tagebuch und der Lesende  kann nach Lust und Laune entscheiden ob und wann er der Geschichte folgen will. Genauer erläutert habe ich das damals in meinem Abschiedsartikel, den man hier noch findet.

Nicht geplant war, dass mein Netbook nahezu unbrauchbar war. Freies WLAN stellte in den USA wahrlich kein Problem dar, das hat man oft auf den abgelegensten Campingplätzen zur Verfügung, ein zickiges Netbook ist eine andere Sache. So kam es, dass ich öfter mal einen Artikel abends im Auto sitzend auf der Smartphone-App getippt habe, was meinen Ausstoß doch um einiges verringert hat, verständlicherweise!

Zudem hatte ich den Zeitfaktor ein wenig unterschätzt. Tagsüber standen entweder lange Fahrstrecken auf dem Programm, Sightseeing, Wanderungen, was man halt so macht auf einer Reise. Gegen Nachmittag muss ein Campingplatz angesteuert werden, Zelt aufbauen, einrichten, und bevor es zu dunkel wird, sollte man sich ums Essen kümmern. Dann will das (handschriftliche!) Reisetagebuch gefüllt, die ein oder andere Postkarte geschrieben, die sozialen Netzwerke gefüttert werden, mit den Nachbarn auf dem Campingplatz einen kleinen Plausch halten, um dann irgendwann den Abend mit dem eReader in der Hand auf die Isomatte zu sinken.

Ein paar fotografische Eindrücke … sonst wirds so textlastig 😉

Abends auf einem einsamen, abgelegenen Campground!
Abends auf einem einsamen, abgelegenen Campground!
Frühstück im Auto nach einer frostigen Nacht!
Frühstück im Auto nach einer frostigen Nacht!
Campground mit Aussicht! Canyonland NP
Campground mit Aussicht! Canyonland NP
Frühstückszenario im Death Valley
Frühstückszenario im Death Valley

On the Road…

Irgendwo in Colorado
Pass in den südlichen Rocky Mountains
Pass in den südlichen Rocky Mountains
Death Valley
Death Valley

 

Nach der ersten langen Reise zu Beginn meines Sabbaticals hat das Blog dann ein wenig unter Schreibfaulheit gelitten, auch war seine ursprüngliche Aufgabe erfüllt, wie sollte es nun weitergehen? Klar, am besten gleich nochmal auf Reisen gehen 🙂 Diesmal wurden es ‚kurze‘ fünf Wochen von Florida nach Wisconsin, dieses Mal mit funktionierendem Netbook und entsprechend vielen, mit Fotos gespickten Artikeln.

Reiseroute planen beim Frühstück, Alabama
Reiseroute planen beim Frühstück, Alabama
Eine Fahrt durch Chicago ist auch am frühen Sonntagmorgen spannend!
Eine Fahrt durch Chicago ist auch am frühen Sonntagmorgen spannend!

 

Aber auch diese Reise ging zu Ende und zu Beginn 2013 stellte ich fest, dass die Themen, über die ich gerne schreiben wollte, so gar nicht mehr ins Konzept passten und das Gemischelmaschel aus deutsch und englisch nervte.

So ist dann ziemlich spontan, in einer echten Nacht- und Nebelaktion – WordPress macht es einem da ja auch irgendwie leicht – ‚CW plaudert‘ entstanden. Manch einer fragt sich wohl, warum diese seltsamen Namen, aber das ist eine andere Geschichte 😉

Hier kann ich mich nun zu all den Dingen auslassen, die mich interessieren. Und da das ein breites Spektrum aus Events, Kunst, Literatur, Wandern, Berge, Fußball, Konzerte, Ausflüge, Filme usw. umfasst, gibt es immer was zu erzählen.

Da mir mein ‚Erstling‘ See You aber echt am Herzen liegt, hab ich beschlossen es nicht nur zu erhalten, sondern neu zu beleben. Angespornt durch die Iron-Blogger-Idee, jede Woche mindestens einen Artikel zu posten, erzähle ich dort jede Woche, nur noch in englisch, eine ‚Story behind the picture‘, die im entferntesten immer etwas mit Reisen zu tun hat.

Was beide Blogs gemeinsam haben? Sie sind sehr persönlich gehalten, da ich hier nur privat unterwegs bin!

Dennoch, oder gerade deshalb, sind alle herzlich eingeladen mitzulesen!

 

Ein Wandertag …

Seit zweieinhalb Jahren gehe ich mit einer Freundin Weitwanderwege in Etappen. Das heißt, wir gehen meist ein oder zwei Tage an einem Wochenende, fahren wieder nach Hause und setzen beim nächsten Mal dort wieder ein, wo die vorherige Etappe endete. Wir nutzen nur öffentliche Verkehrsmittel, was manchmal eine echte Herausforderung ist, aber bisher immer gemeistert wurde – der ein oder andere Extra-Kilometer inklusive! Gegangen wird übrigens bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit!

Begonnen haben wir 2011 mit der Strecke Augsburg – Lindau, ca. 220km, 10 Etappen.

Mit der heutigen Etappe haben wir den größten Teil unserer Tour entlang der Romantischen Straße von Würzburg nach Füssen geschafft. Wir sind jetzt ‚zuhause‘ in Augsburg, 17 unterschiedlich lange Wandertage und ca. 310km liegen hinter uns. Wenn irgendwie möglich, dann wollen wir dieses Jahr natürlich noch Füssen erreichen.

Heute haben wir uns entschieden von der beschriebenen Route abzuweichen und eine landschaftlich schönere Strecke herauszupicken. Eine gute Idee!

Die ein oder andere Überraschung stand auch bereit. Das ist übrigens eines der Dinge, die ich an diesen Wanderungen liebe. Man entdeckt ständig irgendetwas. Man weiß nie so genau, was einen erwartet, wie sich die Strecke entpuppt, was man am Wegesrand entdeckt, welche Unwegsamkeiten auf einen zukommen usw. Doch egal wie lange die Tagesetappe war, ob mal nur eine kurze mit 12km oder eine dieser nie enden wollenden, schmerzenden 35km-Touren, am Ende steht immer der Stolz es nicht nur geschafft zu haben, sondern dran zu bleiben, am Laufen, an der Strecke, an der gemeinsamen Unternehmung.

Immer ein kleines Highlight des Tages. Die Brotzeitpause! Im Winter oder bei Regen schon mal in einem Bushäuschen oder Hochsitz, bei schönem Wetter gern irgendwo im Wald!

Immer ein kleines Highlight des Tages. Die Brotzeitpause! Im Winter oder bei Regen schon mal in einem Bushäuschen oder Hochsitz, bei schönem Wetter gern irgendwo im Wald!

Oh weh, der Wilderer musste ins Fegefeuer...
Oh weh, der Wilderer musste ins Fegefeuer…

Bienenstöcke inmitten einer wunderschönen naturbelassenen Wiese - bester Wildblütenhonig!

Bienenstöcke inmitten einer wunderschönen naturbelassenen Wiese – bester Wildblütenhonig!
...gesammelt von fleißigen Bienchen...
…gesammelt von fleißigen Bienchen…

Was vom letzten Sturm übrig blieb...

Was vom letzten Sturm übrig blieb…
Die Umleitung führte uns auf den 'Pfarrer-Kneipp-Weg', vorbei an einem verlockendem Kneipp-Becken. Wir waren einen Kilometer vor dem Ziel, die Füße nach 20km in der Sonne heiß gelaufen, klar haben wir die Abkühlung genutzt und ne Runde 'gekneippt'!
Die Umleitung führte uns auf den ‚Pfarrer-Kneipp-Weg‘, vorbei an einem verlockendem Kneipp-Becken. Wir waren einen Kilometer vor dem Ziel, die Füße nach 20km in der Sonne heiß gelaufen, klar haben wir die Abkühlung genutzt und ne Runde ‚gekneippt‘!

 

Schön wars wieder! Die Anstrengung wert! Und erneut die Erkenntnis, beeindruckend wie weit man so entschleunigt zu Fuß voran kommt.

 

 

 

…über wandern, reisen, lesen, schauen, reden…