Spätaufsteher-Wanderung ab Oberstdorf – Freud und Leid nah beieinander

Diese kleine Wanderung von Oberstdorf ins Alpendorf Gerstruben hatte ich schon einmal gemacht und auch beschrieben. Ich wollte es unbedingt erzwingen, die Berge sehen und testen, was schon geht.

Es war ein sonniger Frühlingstag vorhergesagt und ich hatte spontan morgens beschlossen nach Oberstdorf zu fahren. Karte eingepackt und auf zum Zug um 9.30 Uhr. Zwei Stunden Fahrt, genug Zeit die Wanderkarte zu studieren und eine kleine Tour auszusuchen. Was haben wir hier in dieser Ecke von Deutschland doch ein Glück, so schnell und unkompliziert in den Bergen zu sein!

Da ich ja noch weit entfernt nicht nur von jeglicher Fitness, sondern auch Trittsicherheit und Gleichgewichtssinn bin, war klar, dass ich meine Ambitionen stark runterschrauben muss. Also habe ich mir den knapp 1 1/2-stündigen Hatscher von Oberstdorf bis zum Christlessee erspart mit einer Taxifahrt. Das geht sowas von gegen meinen Ehrgeiz, aber wie sich am Ende herausstellte, die einzig richtige Entscheidung.

Denn ich wollte unbedingt zum echt schön gelegenen Dorf Gerstruben aufsteigen, wo ein Gasthof mit Sonnenterrasse, Aussicht und und leckerem Essen wartete. Ich habe den Aufstieg über Raut gewählt, weil der schön in langen Serpentinen durch den Wald geht. Weiter oben lag noch ordentlich Schnee, der aber kein Problem darstellte. Das kurze Stück durch den Tobel war ein wenig tricky, weil sehr nass und eisig. Da wurde mir dann vor Augen geführt, dass das mit der fehlenden Trittsicherheit, alleine unterwegs, die Kondition schon ein wenig an der Kante, nicht so eine gute Idee war. Wir reden hier von 250 Höhenmetern ohne eigentliche Schwierigkeiten. Das ist Frust pur, wenn man so schnell an seine Grenzen stößt.

Aber, und klar hat diese Erfahrung auch ihre gute Seite, es ging trotzdem. Ich werde den Rest der Woche leiden und innerlich jubeln.

Denn nach einer Stärkung auf dem Gerstruben-Haus mit wohlverdientem Kaiserschmarrn, habe ich mich gemütlich an den Abstieg gemacht. Eine halbe Stunde auf der Fahrstraße steil runter und dann auf nahezu gleicher Höhe, immer entlang der Trettach in ca. 1 1/2 Stunden bis Oberstdorf. Die Strecke ist dann total schön und entspannt zu gehen. Hin und wieder sollte man sich umdrehen und die Bergwelt des Trettachtals bewundern, es ist ein Erlebnis.

Letztlich bin ich also, trotz der eigentlich kurzen 2 1/2-Stunden Wanderung, ziemlich stolz immerhin so weit gekommen zu sein. Zumindest die Kondition hat mich nicht im Stich gelassen. Und Berge glotzen ist nun mal einfach ein Traum.

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