So kann frau einen Samstag auch verbringen – Spaß mit Baatzeln

Hier kommt als erstes ein Geständnis: ich habs nicht so mit basteln jeglicher Art. Das hat Gründe, ungefähr die gleichen wie meine Abneigung zu Plätzchen backen. Ich bin zu ungeduldig und verliere schnell die Lust, es ermüdet mich. Nun höre ich dazu öfter mal die Antwort „aber du strickst doch soviel“. Oh ja, und ich häkel auch gerne und unter Umständen stundenlang.

Das ist für mich aber was gaaanz anderes 😉 ... tatsächlich scheitere ich auch hier oft am Fertigstellen. Fäden vernähen oder Teile zusammennähen mag ich nicht. Wir wollen allerdings jetzt hier nicht tiefer in die Psychologie dieses Phänomens einsteigen!

Warum ich das als Einleitung schreibe? Weil ich tatsächlich einen Tag mit ‚Basteln‘ verbracht habe, freiwillig. Okay, zugegeben, es war mehr ‚baatzeln‘ oder ‚matschen‘, wie mir zugerufen wurde.

Und das kam so: ein paar Chorfreundinnen kamen auf die Idee Dinge mit Beton zu basteln. Youtube-Videos wurden angeschaut und weitergeschickt, über Materialien diskutiert, überlegt, was man basteln wollen würde, eine Beton-Whatsapp-Gruppe eingerichtet und schließlich Ort und Termin festgelegt.

Und weil wir natürlich einen rundum schönen Tag verbringen wollten, trafen wir uns an einem Samstag Morgen erstmal beim Bäcker gleich neben dem Obi zum Frühstücken. Der Mann am Nebentisch konnte sich übrigens nur schwer auf sein Frühstück konzentrieren, weil unser Gesprächsthema rund um Beton, Zement, Spachtel, Gummihandschuhe und Mundschutz offensichtlich leicht ablenkend war. 🙂

Und dann gings auch schon los mit dem Einkauf. Ein wenig Hilfe brauchten wir bei der Materialauswahl, haben uns letztlich dann für drei verschiedene Materialien zum Anrühren entschieden. Als da wären: Blitzzement, Spachtelmasse für außen und Schnell-Estrich. Mund- und Augenschutz zum Anrühren, Luftballons, kleine Schälchen und diverser anderer Kleinkram kamen noch dazu. Einkaufen im Baumarkt mit relativ klaren Vorstellungen ist einfach super.

Im Garten, bzw. der Garage angekommen ging es an die Planung der Reihenfolge. Wir entschieden, mit etwas Kleinem anzufangen und den Blitzzement zu testen. Dabei muss man schnell sein bei der Verarbeitung, man hat so 4-8 Minuten Zeit.

Blitzzement

Trockenzeit ca. 45 Minuten und das ist das Ergebnis. Man kann die ‚Dinosaurier-Eier‘ nun farbig gestalten und z.B. als Windlichhalter verwenden.

Das war ein schneller und äüßerst erfolgreicher Einstieg.

Während der Trockenphase haben wir uns an das Großprojekt gewagt.

Schnell-Estrich

Dazu haben wir einen Gymnastikball verwendet, irgendwie ein Gestell konstruiert (das ‚irgendwie‘ stellte sich dann als fatal heraus…) und den Schnell-Estrich mit dem Bohrmaschinenaufsatz angerührt. Hier muss man nicht so schnell arbeiten, 30 Minuten lässt sich der Beton gut verwenden. Wir haben die Größe des Balles leicht unterschätzt, der Beton war in der ersten Schicht etwas zu flüssig und ist uns immer ‚davongelaufen‘ und das Gitter zum Stabilisieren erzeugte Risse. Aber nach einer Weile sah zumindest die erste Schicht annehmbar aus und die verdiente Mittagspause war fällig.

Ja, hab ich doch gesagt, wir wollten uns einen schönen Tag machen.

Nach der Stärkung ging es wieder in die Garage, um Material Nummer drei, die Spachtelmasse für außen, anzurühren.

Spachtelmasse

Ich glaube das war unser aller Favorit. Die Masse wurde etwas flüssiger (also mit mehr Wasseranteil) angesetzt, weil wir Tücher bzw. Mullbinden (hervorragend geeignet, vergleichbar mit einem Gipsverband) tränken wollten.

Die Konsistenz der Spachtelmasse war super und wir wollten alle etwas daraus basteln. Da es sich um Außenspachtel handelt, muss eine lange Trockenzeit eingerechnet werden. Ca. 4 Stunden zum Trocknen. Bis das Material fest wird und verarbeitet werden kann dauert es ca. 12 Stunden. Dafür ist es witterungsbeständig.

So kann man mit kreativer Baatzelei gut und gerne einen Samstag verbringen. Die Welt bleibt ein bisschen draußen, weshalb ich diesen Tag für mich unter der Rubrik ‚kleine Fluchten‘ abgespeichert habe. Und ja, gegen Ende, nach 6 Stunden, ist mir schon ein wenig die Puste ausgegangen.

Dass wir noch mehr Übung brauchen um unseren Beton-Baatzel-Meister zu machen, ist schon klar. Wir haben aber einiges gelernt und leider auch verschmerzen müssen. Schnell-Estrich wird nicht das Material unserer nächsten Session sein, der ist einfach zu grob. Und Wind, ja der ist ganz schlecht.

…was vom Riesen-Dino-Ei übrig blieb…

…er hat unsere Konstruktion samt Ball umgerissen und einen Scherbenhaufen hinterlassen.

Auf den Schock war erstmal ein Hugo fällig 🙂

 

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