Reiseziel – die 50 Bundesstaaten der USA knacken

Da drüben, bei Phototravellers.de findet gerade eine Blogparade statt, zum Thema ‚Reiseziele‘, wenn das mal keine Aufforderung an mich ist ;-).

Ein wenig hab ich überlegt, ob ich wohl über meine Reisepläne 2016 schreiben soll, es schnell aber wieder verworfen. Denn dass meine Pläne sowieso selten umgesetzt werden, weiß ich ja inzwischen. Zudem hatte ich 2015 das Vergnügen gleich zweimal in mein Reiseland Nr. eins, die USA zu fliegen. Dieses Jahr wird es also eher Urlaub in europäischen Ecken geben und hoffentlich die ein oder andere Weitwanderung – da stehen immer noch Moselsteig und Lechquellenweg aus.

Breslau als Kulturhauptstadt wäre reizvoll und die baltischen Staaten locken mich schon länger.

In Asien war ich überhaupt noch nie, mit Vietnam und Kambodscha beginnen … Stop, Ideen für Reisen gibt es derer zu viele.

Hier und heute, aus Anlass der Blogparade, habe ich beschlossen mein Longtime-Reiseziel preiszugeben. Ich möchte alle 50 Bundesstaaten der USA bereist haben. Irgendwann. Klar könnte man das (Hawaii und Alaska vielleicht ausgenommen) in einer großen Rund-Zickzack-Reise tun, ich finde es aber schöner zu sammeln.

34 Staaten sind es übrigens schon und zu meinem großen Glück hab ich Hawaii schon in jungen Jahren abgehakt. Natürlich gibt es eine Regel, ab wann ein Staat als ‚bereist‘ gilt. Ich muss mindestens eine Nacht dort verbracht und irgendetwas angeschaut haben, eine Stadt, USA 2012 1046eine historische Stätte, ein Naturschauspiel. Und ich muss irgendwo eingekehrt sein, am besten in einem dieser typischen kleinen ländlichen Diner, die immer etwas runtergerissen ausssehen, aber lecker Essen kochen mit selbstgeschnippelten Pommes.

Und weil man aus unseren heimischen Gefilden am liebsten zu den Nationalparks des Südwestens reist – ja, die Landschaft dort ist atemberaubend und Sonnenuntergänge am Grand Canyon, im Arches NP oder im Canyonland NP sind ein unvergessliches Erlebnis – möchte ich euch gerne eine eher selten bereiste Gegend der USA vorstellen.

Eine meiner Leidenschaften sind Road Trips durch dieses riesige Land. Ich liebe das Autofahren auf den kleineren Highways, abseits der Hauptrouten und in weniger touristisch bereiste Ecken. Musik in USA 2012 979den Player und los gehts. Da ich gerne zelte, findet sich meist auch ein schönes Plätzchen zum Übernachten. Und sollte mal kein Campingplatz in der Nähe sein, günstige Motels stehen an nahezu jeder Straße.

2012 bin ich von Florida über Alabama, Mississippi, Tennessee, Kentucky, Indiana nach Chicago gefahren. Im November. Dass das ein wenig einsam werden würde, war mir klar, und auch, dass das weiter nördlich mit dem Zelten nix mehr wäre. Trotzdem bleibt mir die Tour als eine meiner schönsten in Erinnerung, weil unaufgeregt und entspannt, ohne Schlange stehen, kein Stress mit vollen Campingplätzen oder Motels und vor allem mit vielen kleinen Entdeckungen und Begegnungen am Wegesrand.

Sind die Gruppen bei Führungen kleiner, fällt es viel leichter miteinander ins Gespräch zu kommen, schlägt man sein kleines Zeit zwischen den beheizten Campern der US-Amerikaner auf, kann man sicher sein nach einer kalten Nacht zum Frühstück eingeladen zu werden und die Preise sind natürlich auch eher niedrig.

Der Nachteil des Reisens gen Norden im Spätherbst, ist zum einen die frühe Dunkelheit. So eine Nacht kann dann echt lange werden. Darüber hinaus haben einige Sehenswürdigkeiten geschlossen, und wie bereits erwähnt, es kann so alleine auf einem dunklen Campingplatz recht einsam und ein wenig gruselig werden.

Empfehlen würde ich eine Reise durch diese Staaten ein wenig früher, als ich sie unternommen habe, im späten September/frühen Oktober.

Die positiven Erfahrungen haben bisher immer überwiegt und als ‚Werbung‘ für diese tolle Gegend zwischen dem Florida Panhandle und Indiana, mit Memphis, Nashville, Mammoth Caves und dem Kentucky Bourbon, lass ich jetzt einfach mal Bilder sprechen.

Allein am Strand in Alabama
Allein am Strand in Alabama

USA 2012 680

Herbststimmung am Campingplatz in Tupelo (Mississippi)
Herbststimmung am Campingplatz in Tupelo (Mississippi)
...dem Geburtsort von Elvis Aaron Presley
…dem Geburtsort von Elvis Aaron Presley
Mammoth Caves, die übrigens nicht so heißen, weil man dort Mammuts gefunden hat, sondern weil es angeblich das größte Höhlensystem der, ähem, Welt sein soll...
Mammoth Caves, die übrigens nicht so heißen, weil man dort Mammuts gefunden hat, sondern weil es angeblich das größte Höhlensystem der, ähem, Welt sein soll…
Replika Abraham Lincolns Geburtshaus - hier war alles geschlossen
Replika Abraham Lincolns Geburtshaus – hier war alles geschlossen
Nashville - Grand Old Opry
Nashville – Grand Old Opry – auch geschlossen

USA 2012 906

Country Music Hall of Fame
Country Music Hall of Fame

USA 2012 897

Bourbon Distillery Tour in Bardstown
Bourbon Distillery Tour in Bardstown

USA 2012 1021 USA 2012 1034

Von Süden auf Chicago zufahren bleibt sicher, trotz immer hohen Verkehrsaufkommens, eines meiner Fahrhighlights
Von Süden auf Chicago zufahren bleibt sicher, trotz immer hohen Verkehrsaufkommens, eines meiner Fahrhighlights

Die noch fehlenden 16 Staaten würde ich gerne auf drei längere Reisen verteilen. Eine führt mich entlang der Ostküste von Florida bis Pennsylvania, das wäre was für April/Mai. Der tiefe Süden bis rüber gen Westen nach New Mexico eher was für den Winter und der Nordwesten von Alaska bis nach Minnesota sollte vielleicht im Sommer angegangen werden.

Die Reisepläne der nächsten Jahre sind auf jeden Fall gesichert!

 

Von der Freude des Singens

Vor etwas mehr als einem Jahr hat mich eine Freundin gefragt, ob ich nicht Lust hätte in einem kleinen privaten, gerade in der Gründung befindlichen Chor mitzusingen.

Meine letzte Chorerfahrung liegt ca. 30 Jahre zurück und ist verbunden mit vielen schönen Erinnerungen. Allem voran die damals daran geknüpfte Chorprobenwoche im Januar in Südtirol, mit inkludiertem körperlichen Ausgleich in Form von Skifahren.

Seitdem hab ich immer nur gesungen, wenn ich alleine war, überwiegend beim Autofahren, herzerweichend mitträllernd zu Liedern aus dem Radio oder CD-Player.

Ich war also vorsichtig enthusiastisch bezüglich des Chores.

Das mit dem ‚vorsichtig‘ können wir inzwischen streichen. Es kommt vor, dass ich am Mittwoch – unserem Chortag – auf der Couch sitze und überlege, ob ich nicht zu müde bin mich wieder aufzuraffen. Die Erfahrung des letzten Jahres hat mich gelehrt, es lohnt sich! Auch wenn es manchmal frustrierende Singerlebnisse gibt, eine Melodie sich einfach nicht einprägen will, die Konzentration eine Katastrophe ist oder unsere Chorleiterin mal wieder an unserem Zwischengebabbel verzweifelt, hinterher fühlt es sich immer gut an, ein paar Gedanken, kleine Sorgen weggesungen zu haben.

Am 6. Januar, sozusagen zum Beenden der Weihnachtsliedersaison, – Adldorf Januar 2016 018ja, wenn man im September beginnt Weihnachtslieder zu proben, dann ist irgendwann die Luft raus 😉 –  haben wir mit dem Chor einen kleinen Ausflug in die Nähe des Bayerischen Waldes gemacht. Nach Adldorf, einer dieser kleinen Gemeinden in der Gegend, in deren Mitte eine wunderschöne Kirche steht. Gemeinsam mit dem hiesigen Kirchenchor und Musikern hatten wir die Freude eine Krippenandacht zu gestalten. Für mich das erste Konzert seit Schultagen und es war toll.

Adldorf Januar 2016 019Adldorf Januar 2016 005Ich denke, es hat nochmal einen kleinen Singfreudeschub gegeben. Die Chorproben machen Spaß, weil die Leute nett sind, weil ich über den Chor ein paar alte Studienfreunde wieder getroffen habe und weil unsere Chorleiterin motivierend, humorvoll, manchmal notwendig streng, kurz: einfach gut ist.

Das über Wochen Einstudierte dann aber ganz konzentriert und mit der nötigen kleinen Aufgeregtheit einem Publikum zu präsentieren, ist eine völlig andere Erfahrung und unbeschreiblich motivierend.

Dass der gesamte Ausflug eine Mordsgaudi war, – danke an die Adldorf Januar 2016 016beiden Chorkolleginnen, die mich überredet haben mitzufahren! – die Gastgeber uns nach dem Konzert noch in ihrem Feuerwehrhaus bewirtet und mit uns gefeiert haben und die Sangeseinlagen im Bus von ungebrochener Singfreude zeugten ;-), macht den Tag zu einem, der noch eine Weile nachhallen wird.

Adldorf Januar 2016 033Ich freue mich auf jeden Fall auf das kommende ‚Singjahr‘ und bin gespannt, ob es den ein oder anderen Ausflug für mich geben wird!

Ein dickes Danke an alle, die mit dazu beigetragen haben!

 

2015 – zweimal USA, ein neuer Job und ein Ausblick

Gerade habe ich mir meinen persönlichen Rückblick des letzten Jahres angeschaut und dabei erkennen müssen, dass die neun Kategorien aus 2014 in 2015 keinen echten Platz gefunden haben.

Es gab einiges in diesem vergangenen Jahr 2015, von dem ich gerne mehr gehabt hätte. Einiges, das ich vermisst habe, Dinge, die ich gerne gemacht hätte, Menschen, die ich gerne getroffen hätte, Kontakte, die ich gerne gepflegt hätte. Aber wir wissen alle, so funktioniert Leben nicht, also wird das Beste aus jeder Situation gemacht, und wenn es mal ganz mies ist, dann sind Trauer, Unglücklichsein, Unzufriedenheit, die ganze Palette durchaus erlaubt – nur weitergehen hinterher, das muss es auf jeden Fall!

Das soll nun nicht bedeuten, dass es ein schlechtes Jahr gewesen ist, ganz im Gegenteil, das Resultat steht klar auf der Plus-Seite. Warum einiges auf der Strecke blieb, dazu am Ende mehr.

Kommen wir lieber zu den – traditionellen – Highlights in Fotos.

Florida 2015 1. Das Reise-Jahr begann im Januar in Florida. Ein zweiwöchiger Trip mit meinem Bruder, unserem ersten gemeinsamen großen Urlaub seit … hm, kann mich nicht erinnern, wahrscheinlich als wir Kinder waren. Was soll ich sagen, es war toll und ich glaube wir würden es beide wieder machen.

USA Wisconsin 2015 Das Reise-Jahr endete mit einem zweiwöchigen Urlaub in Wisconsin über Thanksgiving. Davon wird gerade noch ein wenig gezehrt.

Ryan Bingham München 20152. Ein grandioses Konzert im Februar, Ryan Bingham solo unplugged vor 200 Gästen. Das wird sicher auf lange Sicht mein ungeschlagenes Konzert-Highlight sein.

Passenger München 2015Passenger auf dem Tollwood. Andere Atmosphäre, beeindruckend, unterhaltsam, ein fantanstischer Musiker. Wird in Erinnerung bleiben.

stARTcampry15 20153. stARTcamps – das gehört zu dem Punkt Events, die ich gerne mehr besucht hätte. So hat es nur zu zweien gereicht, München und RuhrYork im Dortmunder U (Foto). Immer eine Reise wert.

ironbloggerMUC-blogparade-muenchen 20154. Bloggen – noch halte ich tapfer durch, aber ich gestehe, es gab den ein oder anderen Durchhänger dieses Jahr. Dafür kann ich nur um Verständnis bitten. Besonderen Spaß hat mir die IronBlogger-Blogparade rund um das Thema München gemacht. Ebenso wie die Blogparade der Augsburger Blogger zum Thema Augsburg.

20155. Gelesen habe ich definitiv zu wenig, das muss sich nächstes Jahr wieder ändern! ‚Makarionissi‘ von Vea Kaiser war eines meiner Buchhighlights, neben ‚Die Schatten von Race Point‘ von Patry Francis und Neal Stephensons ‚Seveneves‘. Ein paar mehr Bücher waren es natürlich schon, meist sehr Unterhaltsames wie eine ganze Reihe Titel der Vielschreiberin Lindsay Buroker, die es bisher nur auf englisch gibt.

Berlin 20156. Ein bisschen Fußball gab es doch. Keine Dauerkarte für den FC Augsburg, nur bei ein paar Spielen live dabei, dafür das Highlight des DFB-Pokal Endspiels in Berlin Borussia Dortmund – VFL Wolfsburg.

Chorwochenende 20157. Eine neue Leidenschaft ist dazu gekommen, seit etwas mehr als einem Jahr singe ich in einem kleinen privaten Chor und hab einen Riesenspaß dabei. Im August gabs ein Chorwochenende im Bayerischen Wald in ziemlich idyllischer Kulisse. Nächstes Jahr gerne wieder.

20150108. Draußen sein und die Kamera dabei haben so oft es geht. Unbedingt beibehalten und als Prime Time genießen.

Immenstadt 2015
Auf dem Mittag bei Immenstadt
Immenstadt 2015
Im Allgäu
Murnau 2015
Murnauer Moos
Saar-Hunsrück-Steig 2015 068
Auf dem Saar-Hunsrück-Steig
Saarschleife 2015
Saarschleife

9. Eigentlich dachte ich das Wandern ist komplett zu kurz gekommen, weil ich sonst weitaus öfter auf Tour gehe, die ein oder andere Wanderung ist es doch geworden. Ganz besonders war der erste Deutsche Bloggerwandertag auf dem Saar-Hunsrück-Steig, den ich unbedingt noch ein paar Etappen weiter wandern möchte.

Was ist nun der Grund, warum so viele Aktivitäten der letzten Jahre in 2015 keinen Platz gefunden haben?

Wie schon im Titel zu entnehmen, ich habe einen neuen Job. Im Februar gings los in München bei der Buchhandlung Biazza, zehn Monate pendeln, ziemlich früh aufstehen – yep, auch mir zu früh – viel Spaß an der Arbeit, super Kollegen (die Chefs inklusive) und gefühlt permanent müde. Nach einer langen Strecke des Zeit-habens, ging einfach nicht mehr viel nebenher. Ausflüge an Wochenenden beschränkten sich auf Fahrten zu den Eltern sowie ab und an einen Tag zum Wandern.

Es war ein gutes Jahr, weil es an der Zeit war wieder regelmäßig zu arbeiten, weil ich bereit war für etwas Neues, weil ich die Freizeit gegen Ende nicht mehr genießen konnte und vom Faktor Finanzen wollen wir hier gar nicht reden. Ich denke, ich habe die Zeit gebraucht und hatte den Luxus, sie mir zugestehen zu können. Jetzt gibt es ein neues Kapitel.

2015Zum 1. Januar hat die Buchhandlung Biazza die Schmidsche Buchhandlung in Augsburg übernommen, in der ich von nun an, gemeinsam mit einem Kollegen (und guten Freund) arbeiten werde. Die Vorbesitzer sind in den verdienten Ruhestand gegangen, und irgendwie hat sich alles wunderbar ineinander gefügt. Zuletzt gab es noch ein nettes Abschiedsmittagessen zusammen und ein bisschen mulmig war uns wohl – aus unterschiedlichen Gründen – allen zumute.

Ich schwanke zwischen Respekt vor der neuen Aufgabe und Freude darüber nochmal etwas ganz Neues zu beginnen und gestalten zu können.

Wenn ihr mal in Augsburg seid, kommt doch vorbei. Unser Büro ist von Montag bis Freitag 8:30 bis 16:00 Uhr auf jeden Fall besetzt und man findet uns in der Katharinengasse 13, mitten in der Stadt.

Auf ein wunderbares 2016!

…über wandern, reisen, lesen, schauen, reden…