Walk to work – ein etwas anderer Jahresrückblick

Seit nunmehr einem Jahr arbeite ich wieder in Augsburg. Wie wir so sagen ‚in der Stadt‘. Was soviel heißt wie: mitten in der Stadt, dort wo die Geschäfte und die Fußgängerzone sind.

Mit dem Fahrrad bin ich ca. 10min unterwegs ins Büro, zu Fuß sind es stramme 30 Minuten. Morgens entscheide ich meistens spontan, ob ich das Fahrrad nehme oder zu Fuß gehe. Seit ich wieder in Augsburg arbeite, bin ich ein wenig zur Memme geworden und lasse bei frostigen Temperaturen das Fahrrad eher stehen.

Ich rede mir ein, dass bei meinem vielen Bürositzen das Laufen morgens sowieso besser ist, damit ich wenigstens ein bisschen Bewegung bekomme. Tatsächlich macht mir der Fußweg aber richtig Spaß.

Meist verlasse ich zur gleichen Zeit das Haus, wenn die Kinder sich auf ihren Schulweg machen. So über das Jahr sieht man immer wieder die gleichen Gesichter und ich liebe es, die unterschiedlichen Charaktere zu beobachten. Da sind die kleinen, ständig babbbelnden Grundschüler, die hinter ihrem großen Schulranzen nahezu verschwinden. Die Grüppchen, die sich auf dem Weg zur Schule an den Haustüren abholen. Die kleine Gruppe, die meistens von einem freundlichen Papa begleitet wird oder die Erstklässler, die sich von der Hand der Mama nicht wirklich trennen wollen.

Dann die größeren Schüler, mit ihren Handys sich laute Musik vorspielend, die coolen Jungs, die aber dennoch schüchtern mit den Mädchen umgehen. Die Schultaschen sind kleiner und individuell. Es begegnen mir die, die schon aufgekratzt und mitteilungsbedürftig sind, die Lustlosen, die völlig Verschlafenen, die, die anscheinend nichts juckt und die Verhuschten.

Mein Weg führt durch einen kleinen Park, hier sind bereits die Hundespaziergänger unterwegs, Mütter mit Kinderwagen und die vielen Schüler, die mit dem Rad zur Schule fahren.

In diesem Park steht unser Augsburger ‚Hotelturm‘, auch – wen wundert es – Maiskolben genannt. Ich laufe oder fahre auf dem Weg zur Arbeit also dort vorbei und habe letztes Jahr begonnen, immer mal wieder ein schnelles Handy-Foto von besagtem Turm zu machen. So ist im Jahresverlauf eine kleine Sammlung zusammengekommen, die für mich meinen eigenen, etwas anderen Jahresrückblick wiedergibt.

Und wenn ich ehrlich bin, habe ich selber so viel Gefallen am Wechsel der Jahreszeiten und Wetterlagen im Abbild des Hotelturms gefunden, dass ich es hier teilen wollte. 🙂

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