Maximiliansweg: von Oberstaufen (Hochgrat) nach Hittisau

Etliche Wochenenden sind nun ohne weitere Etappen auf unserem Maximiliansweg ins Land gegangen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, beinahe wäre auch aus diesem einen Tag, dieser einen Etappe nichts geworden.

Die Vorstellung am Samstag – nach Wochen ohne echte Freizeit – um sechs Uhr aufzustehen, war leicht … demotivierend. Aber ihr kennt das, das Bewusstsein, wie gut es sich am Abend anfühlt den inneren Schweinehund überwunden zu haben. Zudem sollte das Wetter Sonntag eigentlich besser sein, aber wenn es halt am Sonntag nicht geht, dann wird auf das Quentchen Glück gehofft, dass der Wetterfrosch sich geirrt hat mit dem Regen.

Sowohl was unsere Reihenfolge der Etappen als auch die ‚Wanderrichtung‘ betrifft, sind wir ja eher flexibel und entscheiden entsprechend der Wetterlage, des Anfahrtsweges bzw. unserer Kondition. Ziel dieses Tages war es, endlich die Lücke zwischen Bregenzer Wald (Hittisau) und Allgäu (Nagelfluhkette) zu schließen.

Es ging also mit dem Zug nach Oberstaufen, dem Bus zur

Mit der Hochgratbahn in den Nebel

Hochgratbahn und der kleinen Gondel hinauf in den Nebel der die Nagelfluhkette fest im Griff hatte.

An der Bergstation fragten wir nach, wie der Weg beschaffen ist und ob wir über den Grat bis zum Hohen Hochhäderich gehen können. Man riet uns – auch weil der Boden recht nass war – auf dem Grat nur die Überschreitung des Hohenfluhalpkopfes zu machen und dann über einen kleinen Steig ins Leckner Tal abzusteigen. Nach ca. 75min auf und ab über den Grat erreichten wir die Abzweigung. Der Nebel blieb uns treu, von Aussicht keine Rede und die Entscheidung abzusteigen fiel leicht. Bis hier war der Weg gut gehbar, allerdings hin und wieder ausgesetzt und die Hände mussten – auch weil es ein bisschen rutschig war – an manchen Stellen zu Hilfe genommen werden. Dass es manchmal neben uns senkrecht bergab geht, konnten wir nur erahnen…

gelber Enzian
Schnapsbasis – gelber Enzian in Hülle und Fülle 🙂

Maximiliansweg Der Abstieg Richtung Leckner Tal entpuppte sich im oberen Teil als schmaler Steig durch blühende Wiesen. Kaum zu erahnen, vorsichtig zu begehen, da sehr steil und extrem rutschig. Wir hatten keine Eile und nahmen uns die Zeit den inzwischen freien Blick Richtung Bregenzer Wald, einzelne Sonnenstrahlen und die wirklich schöne Natur zu genießen.

Blick zum Leckner See

Nach ca. 300 Höhenmetern mündet der steile Pfad in einen Wirtschaftsweg, der in langen Kehren als Schotterpiste weiter bergab führt. Da wir überhaupt keine Lust hatten bis ins Tal auf diesem Weg zu gehen, um unten dann fünf Kilometer entlang der Mautstraße nach Hittisau zu laufen, bogen wir vorher nochmal ab. Ein kleinerer Anstieg brachte uns über die Schwarzenberger Plattealpe über einen weiteren Schotterweg bis hinunter zur Mautstelle des Leckner Tales. Im Nacken saßen uns dunkle Regenwolken, während der Blick nach Westen, unserer Wanderrichtung, Sonne versprach.

Und da wir uns schließlich für ‚Wanderwetter-Glückskinder‘ halten 🙂 hat uns kein Regen erwischt. Manch einer mag uns ja Positiv-Denker schimpfen, aber wir haben uns am Ende des Tages gefreut, dass es keinen Regen gab, dass durch die nicht so guten Wetterprognosen kaum Leute unterwegs waren und der Nebel ja seinen ganz eigenen Reiz hat. Zum Abschluss der schönen Etappe zwischen Hittisau und der Nagelfluhkette konnten wir uns auch noch den Asphalt-Hatscher nach Hittisau hinein sparen, da es während des Sommers einen neu eingerichteten Bus-Service zwischen dem Leckner See und Hittisau gibt. Da blieb doch glatt noch Zeit für den verdienten Kuchen im strahlenden Sonnenschein!

Daten

Zug- Busverbindung: von Augsburg zur Hochgratbahn 8.30 – 10.00Uhr
beim Bayern Ticket ist der Bus integriert, ebenso für die Rückfahrt ab Grenze (nicht beim Regioticket!)
von Hittisau nach Fischen 16.40 – 19.30Uhr

reine Gehzeit 3.30h – bei trockenen Verhältnissen durchaus schneller machbar
ca. 150 Höhenmeter in Summe bergauf, ca. 800 Hm bergab

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