Lechweg – von Elmen bis Holzgau

Geierwally???
Geierwally???
Geierwally ;-)
Geierwally 😉

Das letzte Wochenende war wieder einmal reserviert für zwei weitere Etappen auf dem Lechweg. Die Wettervorhersage – die uns ja normalerweise nicht so kümmert – war lausig. Immerhin, der Samstag sollte trocken bleiben, der Sonntag – wie in diesem Sommer schon gewohnt – eher ziemlich nass werden.

Da wir uns davon aber nicht abhalten lassen, sondern einfach das komplette Regensortiment einpacken, ging es bereits Freitag nachmittag los Richtung Lechtal. Einziges Zugeständnis an die Wettervorhersage, wir nahmen das Auto. Teil unserer Weitwanderphilosophie ist es, wenn irgendwie möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Meistens ist das recht praktisch, da wir ja Strecken wandern und nicht zwingend an unseren Ausgangspunkt zurückkommen. Im Lechtal gibt es im Sommer einen (wenn man dort auch übernachtet) kostenlosen Bus, der stündlich das Tal rauf und runter fährt. Prima Sache. Da es am Sonntag regnen sollte, wollten wir gerne extra trockene Sachen mitnehmen und Sauna-Equipment, falls das Wandern gar nicht gehen würde. Deshalb also ausnahmsweise das Auto.

Lechweg Elmen - Holzgau 18.6 (1)Wieder einmal hatte Barbara eine nette, sehr schöne Unterkunft für uns gefunden, in Elmen den Gasthof Kaiserkrone, dem Start unserer inzwischen 5. Etappe auf dem Lechweg von Füssen bis zum Formarinsee. Sehr leckeres Essen und die Entdeckung ‚unseres‘ Bieres! 🙂 Lechweg

Geplant als 5. Etappe war der Weg von Elmen bis Bach, ca. 17km mit ca. 400 Höhenmetern rauf und runter. Der Samstag entpuppte sich als perfekter Wandertag, die Strecke ein Traum an Abwechslung. Steige, Forstwege, auf und ab, grüne saftige Natur, Wasserfälle überall, in bunter Vielfalt blühende Wiesen, ein wilder Lech, malerische Orte. Vieles dem Regen der letzten Wochen zu verdanken, allem voran die in voller Blüte stehenden Wiesen, die sonst längst der Sense zum Opfer gefallen wären.

In Bach angekommen wurde kurz beratschlagt und – wie so oft – waren wir uns einig das schöne Wetter und unsere Wanderlust zu nutzen und weiter bis Stockach zu laufen, ein paar Kilometer, Höhenmeter, schöne Wege und Sonnenstrahlen mehr.

Wirklich überrascht waren wir nicht, dass der Sonntag uns mit Regen begrüßte, die Entscheidung beim Frühstück fiel dennoch zugunsten des Wanderns aus. Zum einen lassen wir uns wirklich ungern wegen des Wetters von unseren Zielen abhalten, Regensachen waren schließlich dabei, zum anderen wollten wir unbedingt dieses nächste Teilstück gehen, weil uns mit der über 200m langen, 110m hohen Hängebrücke ein echtes ‚High’light erwartete.

Von Stockach auf schönem Steig ca. 200 Höhenmeter hinauf und in knapp eineinhalb Stunden bis zur Hängebrücke. Die Ausblicke sind nicht so spektakulär bei Wolken und Regen, aber der Weg macht trotzdem Laune. Barbara findet es gut, dass die Sicht auf und um die Brücke nicht gut ist, sie geht zügig hinüber ohne runterzuschauen. Vielleicht keine so schlechte Idee, aber ich möchte ja fotografieren. Jedes Stehenbleiben lässt einen das Schwanken der Brücke spüren, es sind zum Glück nur eine Handvoll Menschen unterwegs, nicht zu denken, wie es erst wackelt an sonnigen Tagen, wenn 50 oder mehr Menschen auf dieser schwingenden Konstruktion die Aussicht ‚genießen‘? Mir ist ein bisschen schwindelig vom Schwanken, alles andere bereitet mir keine Probleme.

Nachdem wir unser Ziel des Tages, die Hängebrücke, überschritten haben, beschließen wir im inzwischen strömenden Regen nicht mehr weiterzugehen und die Tour in Holzgau zu beenden. Das Schöne an unseren Wochenend-Etappen-Wanderunegn ist ja, dass wir keine Eile haben, flexibel entscheiden können wie weit wir gehen, Ausblicke, Natur und Wegstrecken genießen und auch mal Zeit für kleine Abzweigungen haben.

Statt dessen machen wir noch einen Stop bei den  Frauenschuhfeldern in Martinau. Leider haben wir die Zeit der Blüte dieser wunderschönen Orchideenart knapp verpasst, aber nachdem wir im Mai schon vor der Blüte dort waren, wollten wir wenigstens die letzten verblühenden Exemplare sehen. Angeblich soll es sich in diesem kleinen Waldstück um das größte Frauenschuhvorkommen Europas handeln. Nächstes Jahr wird eine Wanderung im Lechtal in der letzten Mai-/ersten Juniwoche angepeilt, dann herrscht hier ein gelbes Blütenmeer.

Mein erstes E-Book?

Auf dem Blog ‚electricbookfair‚ findet gerade eine Blogparade statt, zum Thema ‚Mein erstes E-Book‘, was mir ja sehr gelegen kommt. Ich dachte mir, das kann ja nicht so schwer sein, habe ich doch eigentlich noch nie meinen (immer noch ersten!) e-Reader aufgeräumt.

Tatsächlich habe ich mein erstes E-Book auch gefunden, aber irgendwie gehört da auf jeden Fall eine Geschichte dazu.

Wie die meisten Leser meines kleinen Blogs wissen, war ich 2011 auf großer Reise quer durch die USA und habe im Vorfeld meinen ersten und, man höre und staune, bisher auch einzigen e-Reader geschenkt bekommen. Dass ich mehr als glücklich über dieses Geschenk war, kann man in einem früheren Artikel nachlesen.

Frühstück und lesen auf herbstsonnigem Campingplatz
Frühstück und lesen auf herbstsonnigem Campingplatz

Welches Buch das erste war, das ich elektronisch verschlungen habe, hat mich, ehrlich gesagt, selber überrascht, ich hatte es vergessen.

Ich gestehe reumütig, ich besitze ein Kindle, eines der ersten Generation, es funktioniert noch immer, wenn auch inzwischen etwas umständlich (es hat noch Tasten!), irgendwann werden mir vermutlich die Updates verwehrt und ich hätte gerne mal ein neues Gerät. Da die deutschen Anbieter sich leider immer noch schwer tun mit englischer Literatur, wird ein etwaiger neuer Reader wohl auch wieder vom Big A. sein.

Mein Lesestoff auf dem Reader ist nahezu ausschließlich in englisch. Das hat zwei bis drei Gründe. Zum einen, deutsche E-Books sind mir zu teuer und deshalb besitze ich sie lieber gleich als Buch. Ich lese gern und viel und bekenne mich klar als Hybrid-Leser. Am liebsten hätte ich zu meinen gebundenen Büchern eine kostenlose E-Book-Ausgabe, damit ich auf Reisen ein angefangenes Buch auf dem Reader weiterlesen könnte. Vielleicht, irgendwann einmal…

Des Weiteren, meine Vorliebe ist – wer hätte es gedacht 😉 –  amerikanische Literatur, die ich gerne im Original lese. Englische E-Books sind meist wesentlich günstiger als das Buch, selbst bei Neuerscheinungen. Bin ich hin und weg vom Gelesenen, dann wird das Buch auch noch angeschafft. Der eigentliche Grund aber ist meine Vorliebe für Fantasy-Bücher, die ich nicht zwingend besitzen muss, sondern gerne als unterhaltsamen Lesestoff sehe und die dann auch wieder weg können. Das heißt, ich brauche das Buch nicht unbedingt, um es ins Regal zu stellen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Bin ich jetzt wohl leicht abgeschweift und habe immer noch nicht verraten, welches mein erstes E-Book war? Also gut, ich löse das mal auf.

Mein ertses E-Book2010, auf einer Reise durch die Rocky Mountains, habe ich Patrick Rothfuss‘ ‚The Name of the Wind‘ gelesen, und so verwundert es kaum, dass ich mir als erstes E-Book 2011 den damals gerade frisch Mein ertses E-Bookerschienenen zweiten Teil ‚A Wise Man’s Fear‘ heruntergeladen habe – für, im Vergleich zur gebundenen englischen Ausgabe, lächerliche $6.99.

Interessanterweise kann ich mich noch gut an den Moment erinnern, als ich die ‚100%‘ erreichte. Ihr wisst wie das ist, nicht wahr? Das Buch ist zu Ende, kein neues in Sicht, und was kommt jetzt? Zu diesem Zeitpunkt war ich totaler e-Reader-Neuling und gepolt auf Buch in Buchhandlung kaufen (was ich natürlich heute immer noch tue!).

Hier war die Situation aber eine andere. Ich lag im Zelt, irgendwo in New England auf einem Campingplatz weit ab jeder Zivilisation und das ‚Buch‘ war zu Ende. Natürlich musste es nicht sofort ein neues sein, dieser Schwebezustand nach beenden eines Schmökers ist zwar schwer zu ertragen, gehört aber schließlich unbedingt dazu. Dann dachte ich so bei mir, probier ich doch mal, ob das Ding (der Reader) hier Internet-Empfang hat.

Irgendwo in New England
Irgendwo in New England

Klar hatte es. Kurzes Stöbern auf der Website und E-Book Nr. 2 (das wunderbare ‚Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children) fand seinen Weg auf meinen Reader. Und auch wenn mein Verlags- und Buchhändlerherz manchmal blutet, als Endkunde kann ich nur sagen, die haben ihre Aufgaben gemacht.

Nichtsdestotrotz, sobald ich auch nur den Hauch einer Buchhandlung auf Reisen erhasche, bin ich verloren in den Tiefen der Regale. Die große Claudia sitzt irgendwo zwischen den Buchregalen auf dem Boden und stöbert in Büchern (ja, in den USA ist das normal), gönnt es ihr, sie wird es mit Buchkäufen danken, also bitte lasst sie sitzen 🙂

Toskana – eine Reise der besonderen Art

Toskana 2016 (94)Gerade bin ich aus einer Woche Urlaub in der Toskana zurück. Es war ein Urlaub, den ich so noch nie gemacht habe und worüber ich eigentlich auch nicht schreiben wollte. Weil ich die Privatsphäre von anderen nicht verletzten möchte. Aber ich glaube, ich kann darüber schreiben, ohne das zu tun. Zum ersten Mal war ich mit Freunden unterwegs, die noch kleine Kinder haben (3 und 6 Jahre alt). Mehr Infos wird es dazu nicht geben und Fotos selbstverständlich auch nicht.

Nach teilweise stressigen fünf Monaten arbeiten, war das meine erste freie Woche dieses Jahr und ich gestehe, eigentlich war mir im Vorfeld mehr nach Kanaren, all inklusive, Liegestuhl und lesen. Und ein bisschen Bammel, ob es denn erholsam werden könnte, hatte ich auch. Zudem ist es eine recht weite Strecke zu fahren, was – auch wenn man wie ich, das Autofahren liebt – den Erholungswert enorm senken kann.

Wie so oft, kam alles anders als vermutet.

'unsere' Villa
‚unsere‘ Villa

Es war eine wirklich schöne Erfahrung mit Kindern unterwegs zu sein. Selbst bei nur einer Woche können sich kleine Rituale einschleichen, auf die man sich am nächsten Tag freut und die man, wieder zuhause, schon wieder vermisst. Allem voran die morgendliche Entdeckertour mit K1 oder das fröhliche ‚guten morgen, Claudia‘, das mich in der Küche begrüßte.

Kathedrale in Lucca
Kathedrale in Lucca

Städte, die wir besucht haben, wie Lucca und Pisa, werden unter ganz anderen Gesichtspunkten betrachtet. Was könnte den Kindern Spaß machen, wo gibt es was Spannendes zu sehen, schnell die nächste Toilette finden, immer genügend Snacks und Getränke dabei, gibt es im Café oder Restaurant auch was für die Kinder (Eis, Pizza, Pasta – okay, alles in Italien nicht wirklich ein Problem 😉 ), nach einer Weile Sightseeing ein Platz zum Spielen/Austoben und und und.

In Lucca sind wir auf den Turm gestiegen und ein Karussell hat uns Toskana 2016 (119)gefunden, auf den Schiefen Turm in Pisa konnten wir schon Tage zuvor Vorfreude aufbauen, denn er war von unserem Ferienort aus zu sehen, die große dunkle Kathedrale war für uns alle sehenswert. Zur ‚Siesta‘ landeten wir im angeblich ältesten Botanischen Garten der Welt, der Toskana 2016 (118)sich zudem auch als der ödeste herausstellte. Immerhin gab es ein (reichlich ödes) Kakteenhaus, das wahre Begeisterung bei K1 auslöste. Diese kindliche Begeisterung für etwas, in dem wir als Erwachsene nichts mehr erkennen können, die hat mich besonders fasziniert.

Blick auf Lucca
Blick auf Lucca

Mein erster und bis dahin einziger Besuch in Pisa liegt tatsächlich 50 Jahre zurück, ich war als kleines Kind dort. Und ich kann mich an fast nichts mehr erinnern, nur, dass wir oben auf dem Schiefen Turm standen als die Glocken anfingen zu läuten, und dass es furchtbar laut war. Und wir zwei Kinder Spaß hatten. Irgendwie hab ich mich an diesem Pisa-Tag mit den Kindern ein kleines bisschen dahin zurückgesetzt gefühlt.

...nein, wir waren nicht allein...
…nein, wir waren nicht allein…
...man darf immer noch auf die Wiese
…man darf immer noch auf die Wiese
…ja, er ist wirklich so schief 😉

Toskana 2016 (36)

Dass der Strandtag für alle Beteiligten ein toller Tag werden würde, daran bestand kaum Zweifel. Jetzt in der Nebensaison sind zwar die Toskana 2016 (216)Preise fürs ‚Gedeck‘ nicht günstiger, dafür hat man keine Nachbarn, die sich über aus Wasser-Sandmatsch-gebackene Kuchen, Burgen und Kanäle beschweren können. Das Meer lud schon zum Baden ein und der Tag war wunderschön.

Ich war mir nicht sicher, ob ich am Ende der Woche würde sagen können ‚ich habe mich erholt‘, aber tatsächlich habe ich das. Und das, obwohl ich nur einen ‚Liegestuhl-Tag‘ hatte und wir ansonsten Toskana 2016 (208)immer unterwegs waren. So gut geschlafen wie dort in der Toskana in unserem Ferienhaus habe ich lange nicht mehr. Ob es auch am allabendlichen Rotweinpitscheln gelegen haben mag – wer weiß und was machts 🙂

Und die Kinder sind phantastische ‚Autofahrer‘. Geschlagene acht/neun Stunden unterwegs, Rastplätze ohne Spielecken und langes Stillsitzen, großer Respekt.

Und Respekt vor allen Eltern, die das so gemanagt kriegen. Und im Nachhinein vor meinen Eltern, die jedes Jahr zweimal mit uns unterwegs waren, nach Italien und Österreich, der kleine Ford 12m vollgepackt bis auf den letzten Zentimeter.

Jetzt, heute, so im Rückblick kann ich sagen, ja, würde ich wieder machen, gerne. Da waren aber auch zwei tolle Kinder dabei!

…über wandern, reisen, lesen, schauen, reden…