Der Lechweg – von Höfen bis Elmen

Der Blick aus dem Zug verspricht perfektes Wanderwetter!
Der Blick aus dem Zug verspricht perfektes Wanderwetter!

Viel besser konnten wir es nicht treffen – ein Traumwochenende für die Etappen drei und vier auf dem Lechweg. Der Bus entließ uns am Samstag nach 3-stündiger Anreise in Höfen, womit wir nahtlos am Ende unserer zweiten Etappe anknüpften.

Tag 1

Geplant waren 20 Kilometer, die auch locker zu schaffen waren, da keine Höhenmeter zwischen Höfen und Stanzach, unserem Zielort des Tages, anstanden. Das mit dem ‚locker‘ wurde am Abend leicht

Schilderwald
Schilderwald

korrigiert, weil diese ebene Tagesetappe fast ausschließlich auf hartem Schotter oder gar Asphalt verläuft, was – bei 20 km – schmerzende Füße verursacht. Zudem verläuft der Radweg zu weiten Teilen parallel, und jeder, der schon einmal auf Radwegen gewandert ist, weiß, dass das ständiges Aufpassen und Hintereinandergehen bedeutet.

Vom reinen Weg her also eine eher nicht so schöne Etappe, auf der wir allerdings entschädigt werden durch die ständige Nähe des Lechs, an den man – auf kleine Trampelpfade ausweichend – hier dicht herankommt und der sich in diesem Teilstück als sogenannter ‚Lechzopf‘ urwüchsig dahinschlängelt. Darüber hinaus öffnet sich der Blick auf die noch schneebedeckten Gipfel der Lechtaler auf der einen und Allgäuer Alpen auf der anderen Seite. Ein herrlicher Anblick, der Lust auf die kommende Bergsaison macht und den Ehrgeiz auf die Besteigung eines Gipfels weckt – yep, an der Kondition muss noch gearbeitet werden, die Motivation ist schon da :-).

Ungebrochene Wanderlust

Lechweg Höfen - Elmen (111) Lechweg Höfen - Elmen (82)So sehr uns, vor allem gegen Ende, die Beschaffenheit der Strecke in den Füßen steckte, so sehr genossen wir das schöne Mittagspausenplätzchen am schattigen Lechufer, den grün-leuchtenden Baggersee in Weißenbach, das Begehen der kleineren der beiden Hängebrücken des Lechtals bei Forchach, Enziane und anderes Blühendes am Wegesrand und das erfrischende Fußbad im Lech am Ziel dieser insgesamt dritten Etappe in Stanzach.

Lechweg Höfen - Elmen (99) Lechweg Höfen - Elmen (81) Lechweg Höfen - Elmen (66) Lechweg Höfen - Elmen (57) Lechweg Höfen - Elmen (80) Lechweg Höfen - Elmen (47) Lechweg Höfen - Elmen (21)Lechweg Höfen - Elmen (54)

In Stanzach hatten wir Zimmer im netten Gasthof Waldhof reserviert, der, wie wir freudig feststellten, direkt neben dem Lech(weg) liegt. Schon bei der Buchung war der Hausherr sehr nett und der

Blick aus dem Fenster
Blick aus dem Fenster

Gasthof stellte sich dann auch als prima Unterkunft für müde Wanderer heraus. Schöne Zimmer erwarteten uns und obendrauf gab es Tipps zum Weiterwandern für den nächsten Tag. Alles in allem sehr persönlich und empfehlenswert!

Tag 2

Nach der Flachetappe des Samstags lechzten wir nach ein paar Höhenmetern und so nahmen wir den Rat unseres netten Gastwirts gerne an und wählten eine Variante über den Baichlstein. Gute 200 Höhenmeter geht es bis zum ‚Gipfel‘ über dem Lechtal, der den Blick – nachdem man durch die Türe tritt 😉 – auf den Lechzopf freigibt und uns somit eine schöne Abrundung des ersten Tages entlang des Lechs bescherte.

Lechweg Höfen - Elmen (42) Lechweg Höfen - Elmen (39)Der Lechzopf

Der Lechzopf

Gipfelbild
Gipfelbild

Wählt man anschließend den langgezogenen Abstieg nach Vorderhornbach, findet man zurück auf den Lechweg. Wir wollten am Lech noch Ausschau halten nach der ‚Frauenschuhblüte‘, aber natürlich waren wir dafür ca. drei Wochen zu früh unterwegs. Beschert hat uns der kleine Umweg eine nette Begegnung. Auf der Suche nach ‚unserem‘ Lechweg kamen wir durch Martinau, wo uns Lechweg Höfen - Elmen (16)ein Altbauer aufgabelte. Mit den Worten ‚kommt mit, ich muss eh nach meinen Kühen suchen, die sind irgendwo, wo sie nicht hin sollten‘, führte er uns über seinen Waldhang, sich eifrig mit uns unterhaltend, hinauf zum Panoramaweg und ersparte uns ein unschönes Stück entlang der vielbefahrenen Hauptstraße. Die Kühe fanden sich dort übrigens auch :-).

Lechweg Höfen - Elmen (26) Lechweg Höfen - Elmen (44)Von Martinau geht es auf dem Panoramaweg immer leicht auf und ab am Hang über dem Lechtal Richtung Elmen, mit, wie der Name schon sagt, Panoramablicken. Auf der Höhe von Krimm muss man entscheiden, ob man weitergehen möchte bis Häselgehr oder absteigt nach Elmen. Da wir mit dem Baichlstein eine Stunde Lechweg Höfen - Elmen (6)Umweg in Kauf genommen, zudem noch eine 4-stündige Heimfahrt vor uns hatten und Krimm mit einer Erfrischungseinkehr lockte, beschlossen wir mit ca. 15km und 600 Höhenmeter ist der Ehre Genüge getan.

Hier nochmal zur Erinnerung, wir gehen den Lechweg in umgekehrter Richtung von Füssen bis zum Formarinsee.

Etappe 3: Höfen – Stanzach, 20km, keine Höhenmeter, teilweise auf dem Radweg, viel Schotterbelag, manchmal Asphalt, ca. 5 Stunden reine Gehzeit

Etappe 4: Stanzach – Elmen, Abstecher über den Baichlstein und zur Frauenschuhblüte, den Lechweg streckenweise verlassen, ca. 15km, ca. 600 Höhenmeter rauf und runter, überwiegend Steige  und Forstwege, 4 Stunden reine Gehzeit.

 

Augsburg, 33 Jahre sind lange nicht genug!

Da war er wieder, dieser 1. Mai, im allgemeinen als Tag der Arbeit gefeiert und genutzt zu traditionellen, gewerkschaftlich organisierten Kundgebungen. So auch hier in Augsburg.

Ein kleines Grüppchen von drei Personen hat sich dem entzogen, denn es gibt an diesem 1. Mai noch eine weitere, in persönlicher Betrachtungsweise, bedeutende Tradition, der diese drei frönen müssen.

Es jährte sich heuer nun zum 33. Male, dass die – in ihrem Herzen Augsburg 1.Mai 2016 (22)ihrer Urheimat Trier verbundene – Schreiberin dieser Geschichte ins entfernte bayerische Schwaben zog, um dort heimisch zu werden.  Es hat ein Weilchen gedauert die Sprach- und Mentalitätsbarrieren zu überwinden, aber solch schwerwiegende Veränderungen brauchen eben ihre Zeit.

Erleichtert wurde die ‚Einbürgerung‘ durch ein paar Einheimische, die der Neu-Bürgerin in Brauchtum, Gepflogenheiten und Lebensart mit gutem Beispiel voran gingen und sie in ihre Obhut nahmen.

So kam es denn dazu, dass sich aus einem vermeintlich harmlosen Umzug vom schönen Trier ins auch schöne Augsburg eine Tradition zur Neu-Heimatpflege entwickelte: der Augsburg-Tag am 1.Mai, meinem Umzugstag. Die Historie dieser ‚runden‘ Umzugstagsfeierlichkeiten wurde bereits vor drei Jahren zum 30jährigen Jubiläum ausführlich unter dem Titel ‚Dreißg Jahre Bayern – nicht ganz ernst gemeint‚ dokumentiert und sollte unbedingt nachgelesen werden!

Kunst im Gut in Scheyern
Kunst im Gut in Scheyern

Das diesjährige, nicht ganz runde, dafür umso beschwipstere, 33jährige wurde eher ungeplant auf zwei Tage erweitert. Führte der Weg doch tags zuvor ins Oberbayerische Scheyern zu ‚Kunst im Gut‘. Kunst im Gut 30.4 (1)Und siehe da, hatten sie dort beschlossen gemeinsam mit uns die ’33‘ zu begehen, wäre nicht nötig gewesen, aber gerne angenommen. 😉

Die Sonne lachte, die Stimmung war gut, es 20160430_132829wurde gebummelt, gegessen, ein bisschen eingekauft und abgerundet …

Der 1. Mai zeigte sich leider nicht mehr so sonnig, aber unsere Unternehmungslust war ungebremst. Der Tag wurde, wie es Augsburg 1.Mai 2016 (12)sich gehört, mit einem ordentlichen Frühstück im Schatten des Augsburger Domes eingeleitet. Und weil wir versuchen auch immer etwas einzubinden, das keiner von uns ins Augsburg je gemacht oder gesehen hat, gings anschließend ins Diözesanmuseum. Die Ausstellung über die ‚7 Todsünden‘ klang doch verlockend und eine gute Gelegenheit. Das mit der Völlerei haben wir einfach mal an uns abprallen lassen.

Augsburg 1.Mai 2016 (15)Bevor wir zum eigentlichen Highlight des Tages kommen, war ein Spaziergang durch einen wunderbaren Teil der Stadt auf dem Programm. Ein Ruhepol ist der kleine, zu dieser Jahreszeit besonders bunt blühende Hofgarten, gleich neben der Regierung von Schwaben. Ein hübsches Fleckchen in Augsburg.

Augsburg 1.Mai 2016 (24)Augsburg 1.Mai 2016 (26)Ein Programmpunkt war mir persönlich besonders wichtig, rauf auf

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den Perlachturm. Es ist ein paar Jahrzehnte her, dass ich die 260 Stufen Augsburg 1.Mai 2016 (50)hinaufgestiegen bin, und die Mädels sind tapfer mit. Und auch wenn man heute die Alpen nicht sehen konnte, der Blick über die Stadt ist grandios und die kleine Anstrengung wert.

Blick gen Süden auf Rathaus, Maximilianstraße und St.Ulrich
Blick gen Süden auf Rathaus, Maximilianstraße und St.Ulrich
Nach Norden mit Dom
Nach Norden mit Dom
Nach Westen über den Rathausplatz
Nach Westen über den Rathausplatz

Der Tag wurde langsam kälter und regnerischer, die Heldinnen müde, hungrig und durstig. Was lag näher als im Rathauskeller den Tag zu beschließen, mit dem Vorsatz in Zukunft öfter mal einen Augsburg-Tag zu machen und nicht aufs nächste Jubiläum zu warten 🙂 Mein nächster Programmpunkt ist eine Brauerei-Führung im Riegele!

Schee wars wieder in Augschburg!

Augsburg 1.Mai 2016 (55)

 

DIRETTISSIMA 2016 – da musste man dabei sein

Am Freitag, den 22.April 2016 hat sie statt gefunden, die erste Direttissima. Ich schreibe hier bewusst ‚die erste‘, weil es gaaaanz

Hier geht's lang
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sicher eine zweite geben wird, und wenn dann 2017 der Termin passt, dann bin ich wieder dabei, gaaaanz bestimmt.

Somit, wie so oft, das Fazit vorweggenommen, ja, es war lohnenswert! Und jeden Cent der Teilnahmegebühr wert.

Was ich als Überleitung nutze, das Erwähnen der Sponsoren dieser Konferenz nicht wie üblich ans Ende zu setzen, sondern damit zu beginnen. In den letzten Jahren war ich privat nur auf Barcamps. Ich mag die Art des lockeren Umgangs miteinander und konnte hingehen, weil die Teilnahme eben nicht viel kostet – man muss bei entfernteren Orten ja auch noch Fahrt und Hotel einkalkulieren.

Dass die Direttissima eine Konferenz und kein Barcamp ist, fand ich tatsächlich wohltuend. Einen Tag lang Vorträge von Rednern, die nicht nur was zu sagen haben, sondern es auch können. Dazu später Dico16 (33)mehr. Es bedeutet aber auch, dass die Redner eingeladen und bezahlt werden müssen, gleiches gilt für die tolle Location in der alten Kongresshalle (wie das Organisationsteam das in kleinem Zeitrahmen alles hinbekommen hat, bleibt mir ein Rätsel und verlangt mir große Hochachtung ab!). Denn in unserer Community-orientierten, Barcamp-verwöhnten digitalen Generation (und das ist nicht altersbezogen gemeint) den Spagat zu schaffen zwischen bezahlbarem Content für eine bunte Vielfalt an Vortragenden und offener lockerer Atmosphäre unter allen Beteiligten, ist richtig große Kunst.

Dico16 (102)Und dass das Eintrittsgeld für diese großartige Leistung erschwinglich bleiben konnte, dafür braucht es Sponsoren. Ja, auch ich schalte meinen Ad-Blocker selten bis nie ab, aber für eine solche Veranstaltung werbe ich für Werbung, unbedingt.  Und sage Danke an alle Sponsoren, die es mir ermöglicht haben, an einer inspirierenden, spannenden, unterhaltsamen, bewegenden, verbindenden, informativen … Konferenz wie der Direttissima teilnehmen zu können.

#dico16 (3)Bereits im Vorfeld konnte ich mich anhand der Teilnehmerliste auf ein paar bekannte Gesichter freuen. Seit ich wieder in einem festen Arbeitsverhältnis mit Bürozeiten bin, habe ich das Gefühl ’nicht mehr viel raus zu kommen‘. Heißt, Events wie Bloggertreffen, Social Media Club, geliebte stARTcamps oder einfach mal ein Ausflug nach München fallen meistens Abenden auf dem Sofa zum Opfer. Umso größer die Lust endlich mal wieder ‚in echt‘ in die Welt des Digitalen einzutauchen.

Und besser hätte es gar nicht werden können. Viele nette Menschen wieder getroffen, wenn auch nur auf einen kurzen Plausch beim (leckeren!)

Selfie von Wibke mit Fabian - der Findelkrake fehlt!
Selfie von Wibke mit Fabian – der Findelkrake fehlt!

Mittagessen, mit der (unvermeidlichen) Kaffeetasse in der Hand im Vorbeigehen, zum Schnappschuss-Selfie machen  oder auf der Heimfahrt im Zug nach Augsburg. Und bis zum nächsten Aufeinandertreffen jetzt eben wieder online. Schöne digitale Welt! Zeit für ein neues Kennenlernen gab es trotzdem und genau so soll das sein.

Dico16 (25)
NeinQuarterly Eric Jarosinski

Die Vorträge, eine unbeschreiblich bunte faszinierende Mischung, von denen ich – entgegen meiner Erwartung, schließlich reden wir hier von 18! an der Zahl – keinen ausgelassen habe. Denn irgendwie war jeder auf seine Art eine Inspiration. Nein! 😉 Ich werde nicht jeden einzelnen hier erwähnen, es möge sich bitte keiner vernachlässigt fühlen,  aber das Sofa ruft :-).

Dirk von Gehlen hat mir zu meinem neuen Motto im Umgang mit Sozialen Medien verholfen – auch wenn ich den ‚Shruggie‘ nicht hinbekomme, weil mir diese Sonderzeichen auf dem Smartphone fehlen – Gelassenheit! Richard Gutjahr hat es, mein Verlust, I know, nicht geschafft mich für Snapchat zu begeistern, dafür aber für seine unterhaltsame Art es versucht zu haben. Tief berührt hat uns wohl alle Anna Dushime, die einer syrischen Familie Asyl gewährt und mit Hilfe ihrer Social-Media-Kanäle viel Unterstützung erhalten hat.

Dico16 (30) Dico16 (51) Dico16 (70)Als begeisterter Fußballfan hab ich mich auf Ralph Gunesch gefreut, der uns mit ein paar Do’s and Dont’s im Profisport unterhalten konnte – bin gleich mal Follower von Mats Hummels geworden. Und um kurz beim Sport zu bleiben, klar macht es Spaß einen Stefan Glowacz Geschichten zu seinen Expeditionen erzählen zu hören, verfolge ich seine Kletterkarriere doch schon seit den Anfängen.

Dico16 (74) Dico16 (95)Mit Wibke Ladwig – immer eine großartige Unterhaltung ihren Vorträgen beizuwohnen – und Leander Wattig, der stets die Bahn bricht für Vernetzung auch ‚in echt‘ und mir aus der Seele spricht, waren dann auch noch zwei ‚Büchermenschen‘ mit von der Partie, die ich sowieso nicht verpassen wollte.

Dico16 (76) Dico16 (89)Abgerundet wurde die gesamte Konferenz mit der tollen Musik der Band ‚Little Big Sea‚, deren Album im Herbst erscheinen wird.

Dico16 (58)Fürs leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt, neben leckerem Mittagessen gab es sehr guten Kaffee und verführerische Dico16 (99)Leckereien von der Münchner schokoAlm, ein Whiskey-Tasting gesponsert von der Whiskey Union, schönes Wetter draußen, gute Stimmung drinnen, perfekte Organisation, ein abschließendes geselliges Beisammensein im La Kaz, dem Bewusstsein, dass ich jetzt bestimmt etwas und jemanden vergessen habe und große Lust auf ein nächstes Mal.

Und selbstverständlich folgt hier ein Hoch auf das Team der Direttissima Insa Heegner, Benjamin Heinz, Vedat Demirdöven, Felix Wegener und Robert Goldschmidt.

Thank you for the journey!

…über wandern, reisen, lesen, schauen, reden…