Toskana – eine Reise der besonderen Art

Toskana 2016 (94)Gerade bin ich aus einer Woche Urlaub in der Toskana zurück. Es war ein Urlaub, den ich so noch nie gemacht habe und worüber ich eigentlich auch nicht schreiben wollte. Weil ich die Privatsphäre von anderen nicht verletzten möchte. Aber ich glaube, ich kann darüber schreiben, ohne das zu tun. Zum ersten Mal war ich mit Freunden unterwegs, die noch kleine Kinder haben (3 und 6 Jahre alt). Mehr Infos wird es dazu nicht geben und Fotos selbstverständlich auch nicht.

Nach teilweise stressigen fünf Monaten arbeiten, war das meine erste freie Woche dieses Jahr und ich gestehe, eigentlich war mir im Vorfeld mehr nach Kanaren, all inklusive, Liegestuhl und lesen. Und ein bisschen Bammel, ob es denn erholsam werden könnte, hatte ich auch. Zudem ist es eine recht weite Strecke zu fahren, was – auch wenn man wie ich, das Autofahren liebt – den Erholungswert enorm senken kann.

Wie so oft, kam alles anders als vermutet.

'unsere' Villa
‚unsere‘ Villa

Es war eine wirklich schöne Erfahrung mit Kindern unterwegs zu sein. Selbst bei nur einer Woche können sich kleine Rituale einschleichen, auf die man sich am nächsten Tag freut und die man, wieder zuhause, schon wieder vermisst. Allem voran die morgendliche Entdeckertour mit K1 oder das fröhliche ‚guten morgen, Claudia‘, das mich in der Küche begrüßte.

Kathedrale in Lucca
Kathedrale in Lucca

Städte, die wir besucht haben, wie Lucca und Pisa, werden unter ganz anderen Gesichtspunkten betrachtet. Was könnte den Kindern Spaß machen, wo gibt es was Spannendes zu sehen, schnell die nächste Toilette finden, immer genügend Snacks und Getränke dabei, gibt es im Café oder Restaurant auch was für die Kinder (Eis, Pizza, Pasta – okay, alles in Italien nicht wirklich ein Problem 😉 ), nach einer Weile Sightseeing ein Platz zum Spielen/Austoben und und und.

In Lucca sind wir auf den Turm gestiegen und ein Karussell hat uns Toskana 2016 (119)gefunden, auf den Schiefen Turm in Pisa konnten wir schon Tage zuvor Vorfreude aufbauen, denn er war von unserem Ferienort aus zu sehen, die große dunkle Kathedrale war für uns alle sehenswert. Zur ‚Siesta‘ landeten wir im angeblich ältesten Botanischen Garten der Welt, der Toskana 2016 (118)sich zudem auch als der ödeste herausstellte. Immerhin gab es ein (reichlich ödes) Kakteenhaus, das wahre Begeisterung bei K1 auslöste. Diese kindliche Begeisterung für etwas, in dem wir als Erwachsene nichts mehr erkennen können, die hat mich besonders fasziniert.

Blick auf Lucca
Blick auf Lucca

Mein erster und bis dahin einziger Besuch in Pisa liegt tatsächlich 50 Jahre zurück, ich war als kleines Kind dort. Und ich kann mich an fast nichts mehr erinnern, nur, dass wir oben auf dem Schiefen Turm standen als die Glocken anfingen zu läuten, und dass es furchtbar laut war. Und wir zwei Kinder Spaß hatten. Irgendwie hab ich mich an diesem Pisa-Tag mit den Kindern ein kleines bisschen dahin zurückgesetzt gefühlt.

...nein, wir waren nicht allein...
…nein, wir waren nicht allein…
...man darf immer noch auf die Wiese
…man darf immer noch auf die Wiese
…ja, er ist wirklich so schief ;-)

Toskana 2016 (36)

Dass der Strandtag für alle Beteiligten ein toller Tag werden würde, daran bestand kaum Zweifel. Jetzt in der Nebensaison sind zwar die Toskana 2016 (216)Preise fürs ‚Gedeck‘ nicht günstiger, dafür hat man keine Nachbarn, die sich über aus Wasser-Sandmatsch-gebackene Kuchen, Burgen und Kanäle beschweren können. Das Meer lud schon zum Baden ein und der Tag war wunderschön.

Ich war mir nicht sicher, ob ich am Ende der Woche würde sagen können ‚ich habe mich erholt‘, aber tatsächlich habe ich das. Und das, obwohl ich nur einen ‚Liegestuhl-Tag‘ hatte und wir ansonsten Toskana 2016 (208)immer unterwegs waren. So gut geschlafen wie dort in der Toskana in unserem Ferienhaus habe ich lange nicht mehr. Ob es auch am allabendlichen Rotweinpitscheln gelegen haben mag – wer weiß und was machts 🙂

Und die Kinder sind phantastische ‚Autofahrer‘. Geschlagene acht/neun Stunden unterwegs, Rastplätze ohne Spielecken und langes Stillsitzen, großer Respekt.

Und Respekt vor allen Eltern, die das so gemanagt kriegen. Und im Nachhinein vor meinen Eltern, die jedes Jahr zweimal mit uns unterwegs waren, nach Italien und Österreich, der kleine Ford 12m vollgepackt bis auf den letzten Zentimeter.

Jetzt, heute, so im Rückblick kann ich sagen, ja, würde ich wieder machen, gerne. Da waren aber auch zwei tolle Kinder dabei!

Der Lechweg – von Höfen bis Elmen

Der Blick aus dem Zug verspricht perfektes Wanderwetter!
Der Blick aus dem Zug verspricht perfektes Wanderwetter!

Viel besser konnten wir es nicht treffen – ein Traumwochenende für die Etappen drei und vier auf dem Lechweg. Der Bus entließ uns am Samstag nach 3-stündiger Anreise in Höfen, womit wir nahtlos am Ende unserer zweiten Etappe anknüpften.

Tag 1

Geplant waren 20 Kilometer, die auch locker zu schaffen waren, da keine Höhenmeter zwischen Höfen und Stanzach, unserem Zielort des Tages, anstanden. Das mit dem ‚locker‘ wurde am Abend leicht

Schilderwald
Schilderwald

korrigiert, weil diese ebene Tagesetappe fast ausschließlich auf hartem Schotter oder gar Asphalt verläuft, was – bei 20 km – schmerzende Füße verursacht. Zudem verläuft der Radweg zu weiten Teilen parallel, und jeder, der schon einmal auf Radwegen gewandert ist, weiß, dass das ständiges Aufpassen und Hintereinandergehen bedeutet.

Vom reinen Weg her also eine eher nicht so schöne Etappe, auf der wir allerdings entschädigt werden durch die ständige Nähe des Lechs, an den man – auf kleine Trampelpfade ausweichend – hier dicht herankommt und der sich in diesem Teilstück als sogenannter ‚Lechzopf‘ urwüchsig dahinschlängelt. Darüber hinaus öffnet sich der Blick auf die noch schneebedeckten Gipfel der Lechtaler auf der einen und Allgäuer Alpen auf der anderen Seite. Ein herrlicher Anblick, der Lust auf die kommende Bergsaison macht und den Ehrgeiz auf die Besteigung eines Gipfels weckt – yep, an der Kondition muss noch gearbeitet werden, die Motivation ist schon da :-).

Ungebrochene Wanderlust

Lechweg Höfen - Elmen (111) Lechweg Höfen - Elmen (82)So sehr uns, vor allem gegen Ende, die Beschaffenheit der Strecke in den Füßen steckte, so sehr genossen wir das schöne Mittagspausenplätzchen am schattigen Lechufer, den grün-leuchtenden Baggersee in Weißenbach, das Begehen der kleineren der beiden Hängebrücken des Lechtals bei Forchach, Enziane und anderes Blühendes am Wegesrand und das erfrischende Fußbad im Lech am Ziel dieser insgesamt dritten Etappe in Stanzach.

Lechweg Höfen - Elmen (99) Lechweg Höfen - Elmen (81) Lechweg Höfen - Elmen (66) Lechweg Höfen - Elmen (57) Lechweg Höfen - Elmen (80) Lechweg Höfen - Elmen (47) Lechweg Höfen - Elmen (21)Lechweg Höfen - Elmen (54)

In Stanzach hatten wir Zimmer im netten Gasthof Waldhof reserviert, der, wie wir freudig feststellten, direkt neben dem Lech(weg) liegt. Schon bei der Buchung war der Hausherr sehr nett und der

Blick aus dem Fenster
Blick aus dem Fenster

Gasthof stellte sich dann auch als prima Unterkunft für müde Wanderer heraus. Schöne Zimmer erwarteten uns und obendrauf gab es Tipps zum Weiterwandern für den nächsten Tag. Alles in allem sehr persönlich und empfehlenswert!

Tag 2

Nach der Flachetappe des Samstags lechzten wir nach ein paar Höhenmetern und so nahmen wir den Rat unseres netten Gastwirts gerne an und wählten eine Variante über den Baichlstein. Gute 200 Höhenmeter geht es bis zum ‚Gipfel‘ über dem Lechtal, der den Blick – nachdem man durch die Türe tritt 😉 – auf den Lechzopf freigibt und uns somit eine schöne Abrundung des ersten Tages entlang des Lechs bescherte.

Lechweg Höfen - Elmen (42) Lechweg Höfen - Elmen (39)Der Lechzopf

Der Lechzopf

Gipfelbild
Gipfelbild

Wählt man anschließend den langgezogenen Abstieg nach Vorderhornbach, findet man zurück auf den Lechweg. Wir wollten am Lech noch Ausschau halten nach der ‚Frauenschuhblüte‘, aber natürlich waren wir dafür ca. drei Wochen zu früh unterwegs. Beschert hat uns der kleine Umweg eine nette Begegnung. Auf der Suche nach ‚unserem‘ Lechweg kamen wir durch Martinau, wo uns Lechweg Höfen - Elmen (16)ein Altbauer aufgabelte. Mit den Worten ‚kommt mit, ich muss eh nach meinen Kühen suchen, die sind irgendwo, wo sie nicht hin sollten‘, führte er uns über seinen Waldhang, sich eifrig mit uns unterhaltend, hinauf zum Panoramaweg und ersparte uns ein unschönes Stück entlang der vielbefahrenen Hauptstraße. Die Kühe fanden sich dort übrigens auch :-).

Lechweg Höfen - Elmen (26) Lechweg Höfen - Elmen (44)Von Martinau geht es auf dem Panoramaweg immer leicht auf und ab am Hang über dem Lechtal Richtung Elmen, mit, wie der Name schon sagt, Panoramablicken. Auf der Höhe von Krimm muss man entscheiden, ob man weitergehen möchte bis Häselgehr oder absteigt nach Elmen. Da wir mit dem Baichlstein eine Stunde Lechweg Höfen - Elmen (6)Umweg in Kauf genommen, zudem noch eine 4-stündige Heimfahrt vor uns hatten und Krimm mit einer Erfrischungseinkehr lockte, beschlossen wir mit ca. 15km und 600 Höhenmeter ist der Ehre Genüge getan.

Hier nochmal zur Erinnerung, wir gehen den Lechweg in umgekehrter Richtung von Füssen bis zum Formarinsee.

Etappe 3: Höfen – Stanzach, 20km, keine Höhenmeter, teilweise auf dem Radweg, viel Schotterbelag, manchmal Asphalt, ca. 5 Stunden reine Gehzeit

Etappe 4: Stanzach – Elmen, Abstecher über den Baichlstein und zur Frauenschuhblüte, den Lechweg streckenweise verlassen, ca. 15km, ca. 600 Höhenmeter rauf und runter, überwiegend Steige  und Forstwege, 4 Stunden reine Gehzeit.

 

Augsburg, 33 Jahre sind lange nicht genug!

Da war er wieder, dieser 1. Mai, im allgemeinen als Tag der Arbeit gefeiert und genutzt zu traditionellen, gewerkschaftlich organisierten Kundgebungen. So auch hier in Augsburg.

Ein kleines Grüppchen von drei Personen hat sich dem entzogen, denn es gibt an diesem 1. Mai noch eine weitere, in persönlicher Betrachtungsweise, bedeutende Tradition, der diese drei frönen müssen.

Es jährte sich heuer nun zum 33. Male, dass die – in ihrem Herzen Augsburg 1.Mai 2016 (22)ihrer Urheimat Trier verbundene – Schreiberin dieser Geschichte ins entfernte bayerische Schwaben zog, um dort heimisch zu werden.  Es hat ein Weilchen gedauert die Sprach- und Mentalitätsbarrieren zu überwinden, aber solch schwerwiegende Veränderungen brauchen eben ihre Zeit.

Erleichtert wurde die ‚Einbürgerung‘ durch ein paar Einheimische, die der Neu-Bürgerin in Brauchtum, Gepflogenheiten und Lebensart mit gutem Beispiel voran gingen und sie in ihre Obhut nahmen.

So kam es denn dazu, dass sich aus einem vermeintlich harmlosen Umzug vom schönen Trier ins auch schöne Augsburg eine Tradition zur Neu-Heimatpflege entwickelte: der Augsburg-Tag am 1.Mai, meinem Umzugstag. Die Historie dieser ‚runden‘ Umzugstagsfeierlichkeiten wurde bereits vor drei Jahren zum 30jährigen Jubiläum ausführlich unter dem Titel ‚Dreißg Jahre Bayern – nicht ganz ernst gemeint‚ dokumentiert und sollte unbedingt nachgelesen werden!

Kunst im Gut in Scheyern
Kunst im Gut in Scheyern

Das diesjährige, nicht ganz runde, dafür umso beschwipstere, 33jährige wurde eher ungeplant auf zwei Tage erweitert. Führte der Weg doch tags zuvor ins Oberbayerische Scheyern zu ‚Kunst im Gut‘. Kunst im Gut 30.4 (1)Und siehe da, hatten sie dort beschlossen gemeinsam mit uns die ’33‘ zu begehen, wäre nicht nötig gewesen, aber gerne angenommen. 😉

Die Sonne lachte, die Stimmung war gut, es 20160430_132829wurde gebummelt, gegessen, ein bisschen eingekauft und abgerundet …

Der 1. Mai zeigte sich leider nicht mehr so sonnig, aber unsere Unternehmungslust war ungebremst. Der Tag wurde, wie es Augsburg 1.Mai 2016 (12)sich gehört, mit einem ordentlichen Frühstück im Schatten des Augsburger Domes eingeleitet. Und weil wir versuchen auch immer etwas einzubinden, das keiner von uns ins Augsburg je gemacht oder gesehen hat, gings anschließend ins Diözesanmuseum. Die Ausstellung über die ‚7 Todsünden‘ klang doch verlockend und eine gute Gelegenheit. Das mit der Völlerei haben wir einfach mal an uns abprallen lassen.

Augsburg 1.Mai 2016 (15)Bevor wir zum eigentlichen Highlight des Tages kommen, war ein Spaziergang durch einen wunderbaren Teil der Stadt auf dem Programm. Ein Ruhepol ist der kleine, zu dieser Jahreszeit besonders bunt blühende Hofgarten, gleich neben der Regierung von Schwaben. Ein hübsches Fleckchen in Augsburg.

Augsburg 1.Mai 2016 (24)Augsburg 1.Mai 2016 (26)Ein Programmpunkt war mir persönlich besonders wichtig, rauf auf

Hier geht's nach oben
Hier geht’s nach oben

den Perlachturm. Es ist ein paar Jahrzehnte her, dass ich die 260 Stufen Augsburg 1.Mai 2016 (50)hinaufgestiegen bin, und die Mädels sind tapfer mit. Und auch wenn man heute die Alpen nicht sehen konnte, der Blick über die Stadt ist grandios und die kleine Anstrengung wert.

Blick gen Süden auf Rathaus, Maximilianstraße und St.Ulrich
Blick gen Süden auf Rathaus, Maximilianstraße und St.Ulrich
Nach Norden mit Dom
Nach Norden mit Dom
Nach Westen über den Rathausplatz
Nach Westen über den Rathausplatz

Der Tag wurde langsam kälter und regnerischer, die Heldinnen müde, hungrig und durstig. Was lag näher als im Rathauskeller den Tag zu beschließen, mit dem Vorsatz in Zukunft öfter mal einen Augsburg-Tag zu machen und nicht aufs nächste Jubiläum zu warten 🙂 Mein nächster Programmpunkt ist eine Brauerei-Führung im Riegele!

Schee wars wieder in Augschburg!

Augsburg 1.Mai 2016 (55)

 

…über wandern, reisen, lesen, schauen, reden…